Mittwoch, 16. Mai 2018

Eurovision Song Contest 2018

Am Samstag war mein Highlight des Jahres! Jedes Jahr freue ich mich total auf den Eurovision Song Contest. Darauf freue ich mich sogar noch mehr als auf meinen Geburtstag oder Weihnachten. Dieses Jahr fand er in Lissabon, der Hauptstadt Portugals, statt. Im Folgenden möchte ich euch von meinen Eindrucken berichten.

Für mich ging das Spektakel dieses Jahr natürlich schon viele Wochen zuvor los - nämlich beim deutschen Vorentscheid. Die letzten Jahre war Deutschland ja leider nicht so erfolgreich und dieses Jahr war ich gespannt, wer Deutschland 2018 vertreten würde. Geworden ist es ja dann letztendlich Michael Schulte mit seiner Ballade "You let me walk alone": Darin geht es um seinen verstorbenen Vater. Ich war von dem Lied anfangs nicht sehr überzeugt, weil ich ihn langweilig fand und ich davon ausging, dass er beim Eurovision nichts reißen könnte. Die letzten Jahre hatten wir nur Sängerinnen und Sänger, die einsam auf der Bühne ihren Song sangen, ohne wirklich gut zu performen. Auch so stellte ich mir Schultes Performance vor und rechnete ihm daher keine großen Chancen zu. Ich war beim Vorentscheid für die "Volksmusik-Boyband"  Voxxclub, die mal etwas anderes präsentierten. Ihre Musik ist eine Mischung aus Pop und Volksmusik. Der Song war peppig und konnte mich mitreißen. Die Performance war ebenfalls eines ESCs würdig. Aber sie haben es dann nicht geschafft.

Im Internet schaute ich mir dann immer wieder Songs der anderen Länder an und nur eines konnte mich auf Anhieb überzeugen: Netta mit ihrem Lied "Toy", welcher ja dann zum Schluss auch der Siegertitel wurde. Das Lied bringt Stimmung, war außergewöhnlich mit dem Gekackere und außerdem hat die Sängerin eine immens tolle Stimme und grandiose Ausstrahlung. Ich wusste da schon, dass sie gewinnen würde. Andere Lieder fand ich dann nur so mau.

Am Dienstag vor dem großen Finale fand das erste Halbfinale statt, bei dem sich 10 von 19 Songs für das Finale qualifizieren konnten. Da Deutschland zu den sogenannten Big 5 gehört, muss es sich nicht qualifizieren. Normalerweise kristallisieren sich bei den beiden Halbfinals weitere für mich tolle Lieder heraus, die ich danach rauf und runter höre. Doch dieses Jahr waren es nur sehr wenige Songs, die ich ganz gut fand. Netta erreichte natürlich das Finale. Ich fand aber das erste Halbfinale im Vergleich zu den letzten Jahren echt schlecht.

Doch das zweite Halbfinale am Donnerstag war noch schlimmer. Da war ja noch weniger, was mich begeistern konnte. Die meisten Songst fand ich nur absolut öde. Ich war echt enttäuscht dieses Jahr. Es gab ein paar wenige Songs, die ich ganz nett fand, aber nicht so, dass ich sie mir danach noch öfter anhören müsste. Nur Nettas "Toy" gehört zu meinen Ohrwürmern für die Zukunft.

Nach diesen beiden Halbfinals war mir klar, dass Michael Schulte dieses Jahr echt noch gut dasteht, wenn man seine Konkurrenten betrachtete. Hinzu kam, dass es dieses Jahr keine Videowall gab. In den letzten Jahren konnten die Künstler nämlich noch allerhand aus ihrer Performance in Kombination mit der Videowand herausholen. Dieses Jahr fiel das weg. Da war es schlau von Deutschland, dass sie sich ihre eigene kleine Videowand mitbrachten und diese auf der Bühne installierten. Das wertete Michael Schultes Performance um einiges auf, denn auch hier hatten wir wieder einen Künstler, der einsam - und dann auch noch komplett in Schwarz gekleidet - auf der Bühne stand und sang. So was funktioniert nur einmal (siehe Lena 2010) und seitdem wird das von Deutschland immer wieder wiederholt. Das finde ich unklug. Doch die Videowand, auf der Animationen und teile des Textes abgespielt wurden, riss es noch mal raus. Und so konnte Deutschland dieses Jahr tatsächlich den vierten Platz erreichen. Großartig!

Überraschend für mich landeten übrigens Zypern auf Platz 2 und Österreich auf 3. Ich fand, dass der Beitrag aus Zypern ("Fuego" von Eleni Foureira) so ein typischer 08/15-Eurovision-Song war. Zudem sang die Interpretin recht schlecht. Aber dieses "Back to the basics" gefiel wohl den Zuschauern. Und so landete sie auf Platz 2. Österreichs Sänger Cesár Sampson mit seinem Song "Nobody But You" fand ich ganz nett. Aber ich hätte niemals damit gerechnet, dass er so weit nach vorne kommt. Da sah ich eher Frankreich vorne. Überrascht hatten mich übrigens auch die Zuschauer-Votings zu dem schwedischen Beitrag. Den fand ich echt gut, was auch die Jurys der Länder honorierten. Aber die Zuschauer schmetterten den Song quasi völlig ab.

Eine Sache darf nicht unerwähnt bleiben: Beim Beitag der brttischen Sängerin stürmte ein Flitzer auf die Bühne und entriss ihr das Mikro. So was finde ich unter aller Kanone. Das geht meiner Ansicht nach überhaupt nicht. Ich finde, dass der ESC für eine friedvolle Veranstaltung geht und da sollte sowas unterlassen werden.

Obwohl ich finde, dass dies der schlechteste ESC seit Jahren war, hat es mir wieder sehr viel Spaß gemacht. Ich schaue mir die Peformances supergerne an, führe sogar Listen und gebe selbst meine Punkte ab. Das ist für mich jedes Jahr wieder eine Gaudi und mittlerweile ein fester Bestandteil meines Lebens. Daher habe ich mir schon überlegt, ob ich den ESC quasi zu einer festen Rubrik für meinen Blog mache. So könnte ich beispielsweise mal meine Lieblingssongs der letzten Jahre vorstellen und dann auch ein wenig mehr darüber berichten, wenn die "ESC-Zeit" wieder richtig losgeht. Das werde ich mir auf jeden Fall mal überlegen.