Donnerstag, 12. Oktober 2017

Zirkus des Horrors

Derzeit gastiert wieder einmal ein Zirkus in Frankfurt. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, erst einmal keine Zirkusse mehr zu besuchen, da man ja eigentlich irgendwie immer nur dasselbe geboten bekommt. Beim "Zirkus des Horrors" wollte ich allerdings eine Ausnahme machen, weil ich da eine innovative Idee vermutete und hoffte, mal etwas anderes erleben zu dürfen. Außerdem versetzte mich die Idee von dem Besuch in ein Halloween-Feeling.

Durch ein befreundetes Pärchen kamen wir auch an vergünstigte Karten. So zahlte wir nur 10 Euro pro Person. Wir waren an einem Dienstagabend um 19:30 Uhr dort. Eingelassen wurde man bereits von einer gruseligen Person. Dann durfte man in das Zelt. Innen musste man allerdings durch einen dunklen Gang, in dem - etwa wie in Grusellabyrinthen - horromäßige Gestalten herumliefen und die Gäste "begrüßten".

Innen angekommen befand man sich quasi in einem Eingangsbereich, in dem man Snacks, Getränke und Merchandise kaufen konnte. Innen hatte man innerhalb seiner Kategorie freie Platzwahl, was ich gut finde. Wir waren mal in einem Zirkus, bei dem wir Freikarten bekommen hatten. Da wurden wir an die Plätze gebracht und weil wir die kostenlosen Karten hatten, bekamen wir die miesesten Plätze, obwohl das Zelt halbleer war. Vor Beginn der Show wurde man schon etwas in Stimmung gebracht, weil die verkleideten Menschen durch das Publikum streifte und ein wenig Grusel verstprühte.

Los ging die Show pünktlich um 19:30 Uhr. Durch das Programm wurde man ebenfalls von einem Monster geführt, der auf Kosten des Publikums seinen Schabernack trieb. Ansonsten gab es Artisten, wie man sie so normalerweise auch in Zirkussen kennt, nur dass die Show drumherum oder auch die Kostüme der Akteure auf Grusel getrimmt war. Es gab Akrobaten und Jongleure, aber ebenfalls auch einen Clown, der teilweise Witze unter der Gürtellinie machte. So holte er eine hübsche blonde Frau mit großer Oberweite auf die Bühne. Sie sollte ihn nachmachen. Er hüpfte und man merkte ihr an, dass ihr das unangenehm war. Aber wenn man plötzlich in der Manege steht und vom Publikum angestarrt wird, macht man lieber das, was von einem erwartet wird. Dann hüpfte sie eben los und der Clown freute sich über ihre hüpfenden Brüste. Das Publikum applaudierte und jubelte lautstark. Dann durfte die Dame wieder zurück auf ihren Platz. Ich fand das ein wenig daneben, aber im Großen und Ganzen war er schon recht witzig.

Zwei Artisten bzw. Artistengruppen seien besonders zu erwähnen. Zum einen gab es ein Illusionisten-Duo, dass sich Nadeln und Nägel durch die Haut gejagt hatte. Zuschauer durften dabei helfen. Der Mann, der übrigens aussah wie ein Vampir - mit echten geschliffenen Vampirzähnen - blutete sogar. Dabei hatte ich Gänsehaut. Zum anderen gab es eine Motorradshow, bei der Motorräde quer über die Manege flogen. Das war atemberaubend.

Überhaupt sei zu erwähnen, dass alle Artisten - besonders die, die sich in die Luft gehoben haben - zu keiner Zeit gesichert waren. Hätten sie einen Fehler gemacht und beispielsweise vom Seil abgerutscht, wären sie knallhart auf dem Boden aufgeschlagen. Das war meiner Meinung nach auch anders als in "normalen" Zirkussen.

Mir hat das Erlebnis Spaß gemacht, auch wenn man das meiste schon oft gesehen hat. Für mich war das nach dem Kinofilm "Es" ein guter Auftakt für die gruselige Halloween-Zeit. 

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