Donnerstag, 24. November 2016

[Film] Wo willst du hin, Habibi?

Inhalt: Ibrahim ist schwul, womit er es in seiner eher traditionellen, türkischen Familie schwer hat. Und dann verliebt er sich auch noch gerade in den kleinkriminellen, heterosexuellen Alexander.

Meine Meinung: Die Inhaltsbeschreibung des Films hat mich sehr neugierig gemacht. Ich mag Filme über schwierige Schicksale und war gespannt auf eine Coming-Out-Story eines türkischen jungen Mannes. Die Handlung stellt sich auch tatsächlich als sehr interessant heraus, doch leider finde ich die szenische Umsetzung und die Regieführung ein bisschen zu amateurhaft. Die Kameraführung ist oft wackelig und die Dramaturgie kommt nicht richtig in Fahrt. Tragik wird angedeutet und quasi auch losgetreten, aber leiter nicht bis zur emotionalen Entladung gebracht. Ich hätte mir da mehr Gefühl erhofft, aber so konnte ich leider nicht mitfühlen oder gar mitleiden. Das hatte aber allerdings zudem mit der schwachen schauspielerischen Leistung zu tun. Ich hatte das Gefühl, es mit Laiendarstellern zu tun zu haben. Die Dialoge sind oft sehr kurz und transportieren ebenfalls zu wenig Emotionen. Ich nahm den meisten Darstellern ihre Rolle nicht wirklich ab - insbesondere die des Protagonisten. Im Klartext: Ich hätte mir größere Streitigkeiten, mehr innere Kämpfe und vielleicht auch Tränen gewünscht. Beispielsweise hätte meiner Ansicht nach der Vater des Protagonisten richtig austicken müssen, als er erfährt, dass sein Sohn schwul ist. Das passiert leider nicht wirklich. Schade, denn die Thematik hätte viel mehr hergegeben.

Fazit: 2 von 5 Punkten.
℗℗ 

Darsteller: Cem Alkan, Martin Walde, Ilknur Boyraz, Neil Malik Abdullah, Özay Fecht 
Regisseur(e): Tor Iben 
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren 
Studio: Pro-Fun Media 
Produktionsjahr: 2015 
Spieldauer: 80 Minuten

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