Dienstag, 20. Januar 2015

[Märchen by Pero] Die goldene Gans


Original: Brüder Grimm
 
Die goldene Gans

Es war ein Mann, der hatte drei Söhne, davon wurde der jüngste „Dummling“ genannt. Der wurde verspottet und bei jeder Gelegenheit zurückgesetzt.
Es geschah, dass der Älteste in den Walden gehen wollte, Holz hauen. Seine Mutter gab ihm Eierkuchen und Wein mit. Im Wald begegnete ihm ein altes, graues Männlein, das wünschte ihm einen guten Tag und sprach:
„Gib mir doch von deinem Kuchen und deinem Wein ab, ich bin so hungrig und durstig.“
Der kluge Sohn aber antwortete:
„Geb ich dir meinen Kuchen und meinen Weine, so hab ich selber nichts, pack dich deiner Wege, du Schmarotzer!“
Er ließ das Männlein stehen und ging fort. Als er dann anfing, einen Baum zu behauen, schlug er sich mit der Axt in den Arm, sodass er heimgehen musste, um sich verbinden zu lassen. Das war aber von dem grauen Männchen gekommen.
Daraufhin ging der zweite Sohn in den Wald und er bekam auch Kuchen und Wein von seiner Mutter mit. Auch ihm passierte das gleiche mit dem grauen Männlein. Auch der zweite Sohn antwortete ganz klug:
„Verpiss dich! Wozu gibt es denn Hartz IV?“ Er ließ das Männlein stehen und ging fort.
Die Strafe blieb nicht aus und er verletzte sich am Bein, sodass er nach Hause getragen werden musste.
Da sagte der Dummling:

„Vater, lass mich einmal hinausgehen und Holz hauen.“
Der Vater antwortete:
„Deine Brüder haben sich Schaden dabei getan, lass es sein, du verstehst nichts davon.“
Der Dummling bettelte aber solange, bis der Vater nachgab:
„Geh nur hin, durch Schaden wirst du klug werden.“
Die Mutter gab ihm statt Eierkuchen aber nur Kuchen mit, der mit Wasser gebacken war und statt Wein eine Flasche saures Bier.
Und tatsächlich begegnete er ebenfalls dem grauen Männchen:
„Gib mir ein Stück von deinem Kuchen und einen Trunk aus deiner Flasche, ich bin so hungrig und durstig. Mein Hartz IV wurde bisher noch nicht überwiesen.“
Da antwortete Axel, der Dummling:
„Ich habe aber nur dünnen Kuchen und saueres Bier, wenn dir das recht ist, teilen wir uns das.“
Da setzten sie sich und als er seinen Kuchen herausholte war es ein feiner Eierkuchen und das Bier war ein guter Wein.
Nun aßen und tranken sie und danach sprach das Männlein:
„Weil du ein gutes Herz hast, will ich dir Glück bescheren. Dort steht ein alter Baum. Hau den ab und dann wirst du was an seinen Wurzeln finden.“ Darauf nahm das Männlein Abschied.
Als Axel den Baum umhieb, saß eine Gans mit goldenen Federn in den Wurzeln. Er nahm sie mit sich in ein Wirtshaus, wo er übernachten wollte.
Der Wirt hatte aber drei Töchter, die gerne eine Feder von der Gans gehabt hätten.
Die Älteste nutzte die erste Gelegenheit und wollte sich eine Feder ausziehen, als Axel einmal aufs Klo ging. Sie fasste die Gans beim Flügel, aber Finger und Hand blieben ihr daran fest hängen.
Der zweiten Schwester passierte dasselbe. Der dritten ebenfalls. Und als Axel zurückkehrte, nahm er die Gans mit und bekümmerte sich nicht um die drei Mädchen, die daranhingen (schließlich war ja sein Name Programm).
Mitten auf dem Feld begegnete ihnen der Pfarrer, der sprach:
„Schämt euch, ihr garstigen Mädchen, was lauft ihr dem jungen Burschen durchs Feld nach. Das kommt ziemlich schlampig rüber.“ Damit fasste er die Jüngste an der Hand und wollte sie zurückziehen, blieb aber an ihr hängen und musste nun selbst hinterdreinlaufen.
Bla bla bla bla blubb... Dem Küster und zwei Bauern war das gleiche passiert.
So waren es nun siebene, die dem Dummling und der Gans nachliefen.
Sie kamen darauf in eine Stadt. Dort herrschte ein König mit einer sehr ernsthaften Tochter, die hieß Kunigunde. Und der König verabschiedete ein Gesetz: Wer die Prinzessin zum Lachen brachte, der sollte sie heiraten.
Und als die Prinzessin den Burschen mit Anhang erblickte, musste sie überlaut lachen und konnte nicht mehr aufhören.
Da verlangte der Dummling sie zur Braut, doch der König war nicht einverstanden mit diesem Schwiegersohn und machte allerlei Einwendungen und sagte, er müsste ihm erst einen Mann bringen, der einen Keller voll Wein austrinken könnte. Der Dummling dachte an das graue Männlein und kehrte in den Wald zurück. An der Stelle, wo er den Baum abgehauen hatte, sah er einen Mann sitzen, der machte ein betrübtes Gesicht. Er frug natürlich nach und bekam folgende Antwort:
„Ich bin Alkoholiker und habe so einen Brand auf Wein.“
„Da kann ich dir helfen“, sagte Axel, „komm nur mit mir, du sollst genug haben.“
Er führte den Alki zu dem besagten Weinkeller und so trank er ihn innerhalb eines Tages leer.
Abermals verlangte der Dummling nach seiner Braut. Doch der König wollte keinen Schwiergersohn, der Dummling genannt wurde und stellte neue Bedingungen: Er müsste ihm erst einen Mann bringen, der einen Berg voll Brot aufessen könnte.
Ohne lange nachzudenken, ging er erneut in den Wald und wen traf er da? Reiner Calmund! Und da müssen wir jetzt nicht weiter schwadronieren, der gefräßige Kerl wird den Berg voller Essen natürlich komplett aufessen.
Zum dritten Male verlangte der Dummling nun nach seiner Braut und wieder stellte der König eine neue Bedingung. Er verlangte ein Schiff, das zu Land und zu Wasser fahren könnte:
„Sowie du aber damit angesegelt kommst, so sollst du gleich Kunigunde zur Gemahlin haben.“
Und als er wieder in den Wald ging, saß da das graue Männlein, dass ihm immernoch dankbar war und ihm deshalb dieses Schiff versprach.
Als der König das sah, konnte er ihm seine Tochter nicht länger vorenthalten. Die Hochzeit wurde gefeiert, nach des Königs Tod erbte der Dummling das Reich und lebte lange Zeit vergnügt mit seiner Gemahlin Kunigunde.

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