Dienstag, 4. November 2014

[Märchen by Pero] Aschenputtel


Original: Brüder Grimm
Aschenputtel

Einem reichen Manne wurde seine Frau krank. Am Sterbebette rief sie ihr einziges Töchterlein namens Trudi zu sich und sprach: „Liebes Kind, bleib immer fromm und gut.“ Darauf machte sie die Augen zu und verschied. Täglich ging Trudi an das Grab ihrer Mutter und weinte. Ein Jahr später nahm sich ihr Vater eine neue Frau.
Die Frau hatte zwei Töchter mit ins Haus gebracht. Waltraud und Irmtraud waren richtig fies und gemein zu ihrer Stiefschwester. Sie verdonnerten sie zur Hausarbeit, während die beiden faul an ihren Computern hockten. Sie nahmen ihr außerdem alle schönen Kleider weg und steckten sie in alte Kittel. Zudem durfte sie nicht mehr im Bett schlafen, sondern musste sich neben den Herd in die Asche legen. Daher bekam sie den Spitznamen Aschenputtel.
Nach einiger Zeit war ein Bäumchen über das Grab der Mutter gewachsen und immer, wenn sich die Täubchen auf den Baum setzte und Trudi einen Wunsch äußerte, wurde der Wunsch erfüllt.
Es begab sich, dass der König zu einem dreitägigen Fest ausrief, auf den alle Jungfrauen des Landes eingeladen waren, damit sich sein Sohn eine Braut aussuchen konnte. Trudi hatte noch nie Sex, war deshalb noch Jungfrau und fand Prinz Harry total heiß und wollte unbedingt zu diesem Fest.

Doch die Stiefmutter verbot ihr es.
„Guck mal, wie du aussiehst. Mit deinen staubigen Lumpen blamierst du uns nur.“ Doch als Trudi bitterlich zu weinen begann, gab die Stiefmutter nach und bereitete ihr folgenden Vorschlag:
„Hier habe ich eine Schüssel Linsen in die Asche geschüttet. Wenn du sie innerhalb von zwei Stunden ausgelesen hast, darfst du mitgehen.“ Blöd, dass es keine App dafür gibt.
Sofort rannte das Mädchen zum Grab ihrer Mutter und rief die Täubchen an:
„Die guten ins Töpfchen,
Die schlechten ins Kröpfchen.“
Und schon halfen ihr die Täubchen bei der Auslese, sodass sie schnell fertig wurde.
Doch die böse Stiefmutter erlaubte es Trudi trotzdem nicht, auf das Fest zu gehen. Wieder weinte sie bitterlich und da machte ihr die Stiefmutter erneut einen Vorschlag:
„Hier habe ich noch zwei Schüsseln mit Linsen und wenn du sie innerhalb einer Stunde auslesen kannst, darfst du noch mitgehen.“
Und Trudi rannte wieder schnell zum Grab ihrer Mutter und bat die Täubchen um Hilfe:
„Die guten ins Töpfchen,
Die schlechten ins Kröpfchen.“
Zwar fühlten sich die Vögel auch ein wenig verarscht, halfen dem Mädchen aber ohne zu murren bzw. zu gurren.
Doch die Stiefmutter war wirklich böse und ließ Trudi dennoch nicht mitgehen. Sie drehte sich um und zog mit ihren beiden Töchtern ab. Als nun Trudi allein zuhause war, frug sie sich, was sie nun machen sollte. Da sie wusste, dass sie nicht bei Disney war und ihr keine gute Fee helfen würde, ging sie wieder zum Grab ihrer Mutter und rief:
„Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich,
Wirf Gold und Silber über mich.“
„Noch mehr Extrawünsche?“, beschwerte sich das Täubchen, warf aber schließlich ein golden und silber Kleid herunter und goldene Pantoffeln.
Das zog Trudi schnell an und ging doch zum Feste, wo sie von ihrer Stiefmutter und ihren Stiefschwestern nicht erkannt wurde.
Der Prinz wurde auf das hübsche Mädchen aufmerksam und tanzte den ganzen Abend mit ihr. Als Trudi gehen wollte, wollte Prinz Harry sie begleiten. Doch sie hatte Angst, was ihre Stiefmutter denkten würde und rannte schnell davon. In der Eile verlor sie jedoch einen ihrer goldenen Schuhe. Der Prinz fand ihn und wollte mit seiner Hilfe nach seiner Geliebten suchen.
Am nächsten Tag durchkämmte Prinz Harry das ganze Land auf der Suche nach dem Mädchen. Es kam auch zu Trudis Haus und als die Stiefmutter ihre Chance sah, sollten auch ihre Töchter den goldenen Schuh anprobieren. Zunächst ging Waltraud ins Kämmerlein, um den Schuh anzuprobieren. Doch er war ihr vorne zu groß.
„Dann hack dir eben die Zehen ab“, befahl ihr ihre Mutter. „So eine Chance bekommst du nicht wieder. Und heutzutage gibt es doch tolle Protesen, die du dir als Prinzessin locker leisten kannst.“
Also hackte sich Waltraud die Zehen ab und zog den Schuh an.
Prinz Harry kaufte ihr den Trick ab und wollte sie mitnehmen. Als sie in seiner Kutsche an dem Grab von Trudis Mutter vorbeifuhren, saßen da zwei Täubchen und riefen:
„Rucke di guh, rucke di guh,
Blut ist im Schuh.
Der Schuh ist zu klein,
Die rechte Braut sitzt noch daheim.“
Und da blickte er tatsächlich auf den Blut überströhmten Fuß. So ritt er schnell zurück zum Haus.
Nun sollte die zweite Tochter der Stiefmutter die Chance erhalten. Also ging Irmtraud ins Kämmerlein und probierte den Schuh an. Doch sie kam mit ihrer Ferse nicht hinein. Also sprach die Mutter:
„Hier hast du ein Messer. Dann hack dir eben die Ferse ab! So eine Chance bekommst du nicht wieder.“
Gesagt, getan. So passte der Schuh und der Prinz ritt mit Irmtraud davon. Als sie wieder am Grab vorbei kamen, riefen die Täubchen erneut:
„Rucke di guh, rucke di guh, hörst du nicht zu?
Blut ist im Schuh.
Dein Hirn ist zu klein,
Die rechte Braut sitzt noch daheim.“
Und da sah Harry, dass er schon wieder betrogen wurde. Er brachte auch Irmtraud wieder heim.
„Habt ihr denn nicht noch eine Tochter, der der Schuh passen könnte?“
„Eigentlich nicht“, sprach die böse Stiefmutter. „Nur das Aschenputtel, aber das kann es nicht sein. Sie war gar nicht auf dem Fest.“
Doch der Prinz befahl, dass Trudi trotzdem den Schuh anprobieren sollte. Und tatsächlich passte er. Glücklich nahm er sie nun mit und als er mit ihr wieder an dem Grab der Mutter vorbeikamen, riefen die Täubchen diesmal:
„Rucke di guh, rucke di guh,
Kein Blut im Schuh.
Der Schuh ist nicht zu klein,
Die rechte Braut, die führt er heim.“
Von da an waren Trudi und Harry glücklich vereint.

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