Dienstag, 28. Oktober 2014

[Märchen by Pero] Rapunzel


Original: Brüder Grimm

Rapunzel

Es war einmal ein Mann und eine Frau, die sich lange vergebens ein Kind wünschten. Doch endlich war die Frau schwanger geworden und sie freuten sich auf das Kind.
Während der Schwangerschaft bekam die Mutter jedoch seltsame Gelüste. Erst verspeiste sie Literweise Nutella mit sauren Gürkchen oder machte sich Käse-Marmeladenbrote. Ständig wollte sie Döner oder zum Megges. Irgendwann hatte die Frau große Lust auf Rapunzeln, die im Garten ihrer fiesen Nachbarin wuchsen. So zwang die Schwangere ihren Mann, sich in den Garten der Nachbarin zu schleichen und Rapunzeln zu stehlen. Das klappte sehr gut und die Frau bekam leckeren Rapunzel-Salat. Doch das war ihr nicht genug. Sie wollte mehr.
„Wenn du mir nicht noch mehr Rapunzeln holst, werden wir nie wieder Sex haben.“
Da bekam der Mann Angst und so schlich er sich noch einmal in den Garten der Nachbarin. Doch diesmal wurde er erwischt.
„Runter von meinem Grundstück“, rief die Nachbarin. Doch der Mann wusste, was ihm blühte, wenn er ohne Rapunzeln nach Hause kam und so versuchte er die Nachbarin zu überreden.
„Na gut“, gab sie schließlich nach. „Du kannst so viele Rapunzeln haben, wie du magst, aber dafür bekomme ich euer Kind, sobald es geboren ist.“
Vor lauter Angst gegenüber seiner schwangeren Frau, sagte er zu.
Und als das Kind zur Welt kam, sollte es den Namen Ashley-Chanelle erhalten, aber die Nachbarin kam und nahm es mit sich fort. Sie nannte das Mädchen an Gedenken an die Rapunzeln Rapunzel.
Als Rapunzel älter wurde, ward sie mit ihren meterlangen Haaren das schönste Kind unter der Sonne - wenn auch nicht das größte. Die Nachbarin sperrte Rapunzel in einen Turm ohne Treppen oder Lift mitten im Wald. Es hatte nur ein kleines Fensterchen. Und wenn die Nachbarin dem Mädchen etwas bringen wollte, stellte sie sich vor das Fenster und rief:
„Rapunzel, Rapunzel,
Lass dein Haar herunter.“
Da ließ das Mädchen ihr geflochtenes, langes Haar herab, woran die Nachbarin hochklettern konnte.
Eines Tages ritt der Königssohn zufällig durch den Wald. Und er vernahm eine Stimme. Als er den Turm sah, blickte er durch das kleine Fenster und sah Rapunzel, wie sie gerade Singstar auf ihrer Playstation spielte und alte Popsongs nachsang, um sich die Zeit in ihrer Einsamkeit zu vertreiben.
Er ritt wieder heim und konnte aber das Mädchen nicht vergessen. Er dachte daran, was sie so gemeinsam in dem Turmzimmer versteckt im Wald alles anstellen konnten. So ging er gleich am nächsten Tag wieder hin zum Turm, um durchs Fenster zu spannen.
Da sah er, wie die Nachbarin herankam und zum Fenster hinaufrief:
„Rapunzel, Rapunzel,
Lass dein Haar herunter.“
Und sofort ließ das Mädchen ihr Haar herab und der Prinz sah, wie man nun in das Zimmer kam. Als die Frau später wieder wegging, versuchte er selbst sein Glück, ging zum Fenster und rief:
„Rapunzel, Rapunzel,
Lass dein Haar herunter.“
Sofort ließ das Mädchen ihr langes, geflochtenes Haar nach unten. Doch als der Königssohn daran hochklettern wollte, merkte er, dass er vielleicht doch zu schwer ist. Und so passierte es, dass er Rapunzel an ihren Haaren zog und sie aus dem Fenster fiel. Zum Glück landete sie direkt in seinen Armen. Ohne zu zögern, bat er sie um ihre Hand. Da sie vorher noch nie einen Mann erblickt hatte und total fasziniert war, nahm sie den Antrag an. Er führte sie in sein Reich, wo sie noch lange glücklich und vergnügt lebten.

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