Dienstag, 13. November 2012

Pero bei einer Krimi-Lesung

Am Samstag, den 10.11.2012, besuchte ich eine außergewöhnliche Krimi-Lesung im Rahmen des Programms "Samstags um vier" der Stadtbibliothek Neu-Isenburg. An dieser Stelle möchte ich meine Eindrücke loswerden und von dem wunderbaren Nachmittag berichten.
Nur zufällig erfuhr ich vor ein paar Monaten, dass eine geschätzte Freundin von mir ihr Buch ganz bei mir in der Nähe vorstellt. Es handelt sich dabei um Gerwine Bayo-Martins und ihrem historischen Kriminalroman "Aminas Welt", welches ich schon hier auf meinem Blog rezensiert hatte.
Zusammen mit ihrer Kollegin Monika Hoßfeld, die aus ihrem Krimi "Vergessene Kindheit" laß, präsentierte sie uns Ausschnitte aus ihrem Debütroman.
Beide Autorinnen fanden sich (und weitere Damen und Herren) bei einem Seminar, in dem es ums kreative Schreiben ging, an der Universiät des dritten Lebensalters (U3L) an der Goethe-Universiät in Frankfurt am Main. Angeregt durch ihre Dozentin, schrieben sie ihren ersten Krimi und gründeten ihren eigenen Verlag (Uniscripta Verlag).
Monika Hoßfeld und Gerwine Bayo-Martins veröffentlichten beide bereits Kurzgeschichten in Anthologien, aber einen längeren Roman hatten sie bis dato weder veröffentlicht, noch geschrieben. Mit ihren sehr tiefgründigen Kriminalromanen wagen sie ihr Debüt.
Nach einer Vorstellungsrunde laß zunächst Gerwine Bayo-Martins aus "Aminas Welt", welches in der Zeit des 30-jährigen-Krieges in Seligenstadt spielt. Es ist erstaunlich, wie gut die Autorin für das Manuskript recherchierte. Sie berichtete von Recherchen im Rhein-Main-Gebiet, in der sie Archive und Museen aufsuchte, damit ihr Roman so authentisch wie möglich geschrieben werden konnte. Wie tiefgründig und aussagekräftig ihr Werk ist, wurde mir erst bewusst, nachdem die Autorin über ihren Schreibprozess berichtete, der immerhin an die drei Jahre dauerte. Die Handlung ihres historischen Krimis ist selbstverständlich fiktiv, die Umstände und Orte sind real.
Besonders zum Nachdenken brachten mich zwei kurze Gedichte, die in ihrem Roman zu finden sind und Gerwine Bayo-Martins anschließend an ihre Lesung rezitierte. Sorgfältig und mit Bedacht wählte sie diese Werke passend zur Handlung aus.
Für mich war im Nachhinein klar, dass ich ihr Buch ein zweites Mal lesen muss, da mir viele neue Ansichten und Perspektiven eröffnet wurden, die mir vorher nicht bewusst waren. Zugegebenermaßen war bzw. ist mein Wissen gegenüber dem 30-jährigen-Krieg und generell dem 17. Jahrhundert sehr beschränkt und daher bin ich sehr dankbar, neue Denkanstöße erhalten zu haben.
Im Anschluss war nun Monika Hoßfeld an der Reihe. In ihrem Kriminalroman "Vergessene Kindheit" spielt die Psychologie eine große Rolle. Da sich die Autorin selbst mit psycholigischen Themen in ihrem Leben beschäftigte, ließ sie dies in ihrem Debütroman einfließen. Hierin dreht es sich um einen Todesfall, durch den die Protagonistin Gisela sich gezwungen sieht, mit ihrer Kindheit zu beschäftigen und diese bringt viele verdrängte Erlebnisse hervor. Auch hierfür musste die Autorin sehr gut recherchieren. Dabei sei besonders ihre Zusammenarbeit mit der Frankfurter Polizei zu erwähnen, die der Autorin Einblicke in ihre Arbeit bringen konnte. So ist auch Monika Hoßfelds Geschichte fiktiv, aber in der Realität durchaus möglich. Die Autorin erklärt, dass gerade in Fernsehkrimis (oder eben auch in Kriminalromanen) nicht selten zugunsten der Spannung und der Wünsche der ZuschauerInnen (bzw. LeserInnen) an der realen, praktizierten Polizeiarbeit "geschraubt" wird. Dass Spannung jedoch auch ohne die Nennung von reizvollen, langen Beinen hübscher Beamtinnen sowie detailierter Beschreibungen an literweise Blut möglich ist, möchte uns die Autorin mit ihrem Werk beweisen.
Insgesamt war es ein wirklich interessanter und schöner Nachmittag in einer angenehmen Atmosphäre. Die Stimmung war familiär (eventuell dank des angebotenen Kaffees bzw. Tees mit Gebäck der Bücherei) und einladend. Ich werde mich bemühen, solche Lesungen öfter aufzusuchen, denn die investierte Zeit ist es auf alle Fälle wert.

Kommentare:

  1. Lieber Pero,

    das ist ein Spitzenbericht, den Du da geschrieben hast, echt Klasse. Wir danken Dir sehr sehr herzlich für Dein Engagement, es tut sehr gut. Perfekt!!

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  2. Vielen Dank für diesen schönen Bericht und das Interesse an meinem Buch.

    Gruß,
    Monika Hoßfeld

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