Dienstag, 8. Mai 2012

Adressat unbekannt von Kressmann Taylor

Inhalt: Der deutsche Martin und der jüdische Max sind gute Freunde und haben in Amerika gemeinsam eine Galerie eröffnet. Doch Martin kehrt mit seiner Familie in sein Heimatland zurück. Von da an schreiben sich die beiden regelmäßig Briefe. Als Hitler an die Macht kommt, verändert sich jedoch Martin und will nichts mehr von Max wissen.

Meine Meinung: Dies ist ein erschütternder Briefroman, der mich zutiefst bewegt und augerüttelt hat. Für mich lässt es sich kaum beschreiben, was das Buch in mir ausgelöst hat: Schockmomente, Ärger, Verzweiflung. So müssen sich teilweise die Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus gefühlt haben. Zunächst beginnt das Buch ganz seicht und die beiden Freunde Martin und Max schreiben sich Briefe in aller Freundschaft. Doch plötzlich schlägt die Stimmung um und der deutsche Martin will nichts mehr von seinem jüdischen Freund und Geschäftskollegen wissen. Dies allein machte mich schon traurig, aber später wird es noch dramatischer und die Ignoranz und Naivität Martins machten mich regelrecht wütend. Die Reaktionen von Max sorgten bei mir allerdings letztendlich für Genugtuung. Normalerweise lese ich ja lieber hochmoderne Literatur, aber dieses Buch hat mich trotzdem gefesselt. In seiner Kürze liefert es trotzdem alles, um meine Emotionen zu erreichen. Deshalb ist es auf jeden Fall für Leute geeignet, die gerne über das Thema Drittes Reich lesen, aber auch für diejenigen, die sich vielleicht nicht so gerne so viel lesen und trotzdem ein wenig von der damaligen Stimmung erfahren möchten. Ich bin komplett begeistert und würde mir wünschen, dass dieses Buch als Standartlektüre in den Schulen einfließt.

Fazit: 5 von 5 Punkten.
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Taschenbuch: 64 Seiten 
Verlag: rororo; Auflage: 17 (22. Juni 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3499230933 
ISBN-13: 978-3499230936

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